Kirchengemeinde Rödental-Christuskirche

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DIE HISTORIE DER KIRCHEN

                      

Aus der Geschichte unserer Gemeinde

Mönchröden - einst Benediktinerkloster
Mönchröden, der heutige Stadtteil von Rödental, tritt im Jahr 1108 erstmals ins Licht der Geschichte. In einer Urkunde wird das Eigengut des „freien Mannes“ Hermann von Rothine erwähnt. Bedeutung gewinnt der Ort aber erst, als 1149 auf der Höhe des Lindenrangens das Benediktinerkloster gegründet wird. Weit über 30 Dörfer aus der Umgebung sind ganz oder teilweise fron- und zehntpflichtig. Die strenge Regel des heiligen Benedikt haben in der Folgezeit wohl nicht immer alle Ordensmitglieder ernst genommen. Es kam zu einem Niedergang des Klosterlebens und damit auch zu einem Verfall der Bauwerke. Der Chronist bemerkt, dass das Gewölbe im Kirchenchor einstürzte und auf dem Altar Holunderstauden wuchsen.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts griff der Landesherr aus Coburg ein. Zunächst sorgte ein weltlicher Verwalter wieder für Ordnung. Schließlich wurde Ulrich Wöchner- er kam aus St. Aegidien in Nürnberg- als neuer Abt zum Erneuerer des Klosterlebens. In dieser Zeit wurde die Kirche im spätgotischen Stil erbaut, wie wir sie in der äußeren Gestalt auch heute noch sehen mit dem typischen kleinen Dachreiter, wo man eigentlich einen separaten Glockenturm erwarten würde.

Danach, bis etwa 1520, wurden noch Abtshaus und Refektorium errichtet. Das war aber schon die Zeit, in der die Gedanken der Reformation im Coburger Land Einzug hielten. Als Abt Nikolaus Hielbrand 1525 auf einer Reise starb, wurde kein Nachfolger mehr eingesetzt. Während des Bauernaufruhrs sind Mönche aus dem Kloster entwichen, wohl mehr aus Furcht denn als Anhänger Luthers. 1538 war das Kloster Mönchröden endgültig in weltliche Verwaltung übernommen. Im Abtshaus residierte nun der Domänenpächter, das Refektorium wurde zum Wirtschaftsgebäude umfunktioniert. Die nun evangelische Gemeinde Mönchröden wurde von Einberg aus kirchlich versorgt


Die Christuskirche

Die ehemalige Klosterkirche, seit 1971 offiziell „Christuskirche“, ist bis auf den heutigen Tag im Eigentum des Freistaates Bayern. Besonders schön im Innern sind das Sterngewölbe des Chors und das einfache, klare Deckengewölbe des Schiffs mit seinen feinen Rippen und Schlusssteinen. Sehenswert ist der Taufstein von 1676. Von der grossen Vergangenheit des Klosters zeugen heute drei Grabplatten im Chorraum. Im Dreißigjährigen Krieg war die Kirche schwer beschädigt worden. Der Coburger Landesherr, Herzog Ernst Friedrich, hat bei der großen Erneuerung 1788 nicht nur das Kirchenschiff verkürzen lassen, sondern durch den Einbau zweigeschossiger Emporen und vermutlich durch die Entfernung aller Maßwerke der Fenster dem Innenraum einen barocken Anstrich gegeben.

Aus dieser Zeit stammen auch die klangvolle Hofmann-Orgel und die Kanzel, die im Chorraum über dem Altar an der Wand angebracht ist. Die Kirche ist so eine echte Gemeindekirche geworden, die baulich keine Erinnerung an ihre klösterliche Vergangenheit bewahrt hat. Die letzte größere Renovierungsmaßnahme wurde in den Jahren 1974 bis 1976 durchgeführt, so dass das Gotteshaus nun über moderne Einrichtungen wie Fußbodenheizung und Lautsprecheranlage verfügt.

Nach langen Verhandlungen in den 70er Jahren konnte die Kirchengemeinde das ehemalige Refektorium erwerben, um eigene Räume für die Gemeindearbeit zu haben. Nach umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen (1980 bis 1983) ist das Gebäude damit in seiner Substanz erhalten geblieben. Von seiner Größe und seiner historischen Bedeutung her ist es sicher ein einmaliges Gemeindehaus.

     
Die Bergkirche

Erst 1912 wurde Mönchröden selbständige Pfarrgemeinde, die in den 90 Jahren von nur drei Pfarrern betreut wurde. Gleichzeitig waren die vier Bergdörfer Brüx, Höhn, Rüttmannsdorf und Weimersdorf in die Zuständigkeit gekommen. Von der kleinen Hochebene aus hat man den Thüringer Wald vor Augen.

Durch die Gebietsreform (1. Mai 1978) sind die Bergdörfer Stadtteile von Neustadt geworden. Beliebt ist die kleine Bergkirche, an der Straße zwischen Höhn und Brüx gelegen. Am 25. Juli 1909 war der Grundstein neben einem dort schon bestehenden Friedhof gelegt worden. Bereits ein Jahr später, am 30. Oktober 1910, konnte die feierliche Einweihung gehalten werden.

Es sollte die letzte Kirche sein, die im damaligen Herzogtum Coburg gebaut wurde. Seine Königliche Hoheit, Herzog Carl-Eduard von Sachsen-Coburg-Gotha, und Ihre Königliche Hoheit, Herzogin Viktoria Adelheid, waren bei diesem Festakt anwesend.

1959/60 konnte eine gründliche Renovierung durchgeführt werden. Dabei wurde vor allem der Altarraum verändert. Ein großes Holzkruzifx des Münchner Bildhauers Traxler ist jetzt Blickfang für die Besucher. In den Zeiten des Eisernen Vorhangs hatte sich in dieser Kirche eine Tradition mit überregionaler Bedeutung entwickelt. Bis 1990 gab es immer am 2. Weihnachtsfeiertag die Thüringenmette, ein Zeichen der Verbundenheit im Wort Gottes und im Gebet mit den Menschen jenseits der Grenze. In der Adventszeit leuchtete ein Stern hinüber ins Sperrgebiet. Er wurde zu einem Symbol der Hoffnung. Heute kommen immer am Himmelfahrtstag Christen aus Thüringen (Effelder) zu einem gemeinsamen Gottesdienst in die Bergkirche.

Pfarrer Günther Bartholmeß